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Martin Wiens hat retweetet
Weil ich den Begriff "Digitalwashing" in Gesprächen schon häufiger verwendet habe, dazu aber kein Beitrag bei Wikipedia existiert, habe ich die Grundidee hier festgehalten, um darauf in zukünftigen Debatten verweisen zu können.https://mihajlovicfreiburg.com/2020/06/12/digitalwashing/ …
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Wer gut informierte, schnelle, risikofreudige, vielfältige Inhalte will, sollte zuallererst Strukturen schaffen, in denen solche Inhalte entstehen können. Und nein, es braucht wirklich keine Person, die mal auf den Tisch haut.
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Warum ich glaube, dass das für Redaktionen wichtig ist: Viele Redaktionen sind Schauplätze großer Egos. Die etablierten, pyramidalen Strukturen dienen vor allem ihnen und Menschen in Machtpositionen haben ein nachvollziehbares Interesse daran, dass sich nichts verändert.
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Im Idealfall führt das rollenbasierte Arbeiten dazu, dass jede Person zu jeder Zeit weiß, wer welche Verantwortlichkeiten hat. Und es führt eben nicht zu Verantwortungsdiffusion, sondern stattdessen zu mehr Klarheit darüber, wer für welche Entscheidung verantwortlich ist.
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Natürlich passiert es manchmal, dass eine Person in die Rollenautonomie eingreift und willkürlich eine andere Überschrift fordert. Dann kann die Person, die die Rolle innehat, einfach fragen: „Aus welcher Rolle forderst du das gerade?“ Danach ist meistens Ruhe.
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Innerhalb der Rollen gilt Rollenautonomie. Sprich: Eine Person hat beispielsweise die Rolle Überschriften-Texter*in aus inne. Dann hat diese Person auch die Entscheidungshoheit für den Bereich. Dafür holt sie sich Feedback von betroffenen Personen ein und fragt Einwände ab.
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Eine Rolle ist ein klar abgegrenzter Verantwortungsbereich, häufig deutlich kleinteiliger als eine Position. Viele von uns haben > 7 Rollen inne. Wir besetzen sie entlang eines feststehenden Wahlprozesses. Im Idealfall gilt: Jede Rolle ist mit der kompetentesten Person besetzt.
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Das Positionsdenken führt also nicht nur dazu, dass sehr viel Macht in sehr wenigen Personen gebunden ist, sondern auch dazu, dass Menschen Aufgaben erledigen, die andere vielleicht besser könnten. Bei uns sind die Aufgaben auf viele Rollen verteilt.
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Ein*e Chefredakteur*in muss je nach Ausgestaltung Menschen managen, Mentor*in sein, Themen setzen, Interviews mit Staatsoberhäuptern führen, Newsletter versenden uvm. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der*die Chefredakteur*in in all diesen Bereichen die kompetenteste Person ist.
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Eine Position ist starr und sehr breit angelegt. Ein Unternehmen schreibt sie aus und besetzt sie mit einem passenden Menschen, der die Position vollständig ausfüllt. Es gilt also: Position gleich Person. Betrachten wir die Position Chefredakteur*in:
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Der Unterschied zur klassischen Personenhierarchie: Bei uns sind es nicht nur ein oder zwei Personen, die sehr viel Entscheidungsmacht bündeln. Stattdessen ist die Verantwortung breiter verteilt. Um das abzubilden, hilft uns das Denken in Rollen statt in Positionen.
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Ganz wichtig: Selbstorganisation heißt nicht, dass es keine Hierarchien gibt. Hierarchien gibt es immer und sie sind auch sehr hilfreich, um Komplexität zu reduzieren und Klarheit zu schaffen. Also: Auch bei Neue Narrative gibt es Hierarchien.
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Was ist überhaupt Selbstorganisation? Wir meinen damit Arten der Zusammenarbeit, die keiner Top-down-Planung und -Kontrolle folgen und nicht auf einer starren Hierarchie basieren. Alle Mitglieder haben klare, explizit gemachte Verantwortlichkeiten und steuern sich selbst.
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Werde häufiger mal gefragt, wie das denn ist, in einer selbstorganisierten Redaktion ohne Chefredakteur*in zu arbeiten. Gibt es da gar keine Hierarchien? Macht da jede*r was er*sie will? Braucht es nicht eine Person, die auch mal auf den Tisch haut? Ein paar Antworten:pic.twitter.com/GHxmJhSTEH
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Vorgelesene Artikel sind übrigens kein so richtig gutes Audioprodukt.
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Fast 5.000 Menschen haben unser Wirtschaftsmagazin
@neuenarrative abonniert. Das ist ziemlich verrückt
Danke an alle, die unsere Arbeit unterstützen.https://twitter.com/neuenarrative/status/1271020881133867034 …
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Werde leider immer so müde, wenn ältere Journalist*innen meinen, erklären zu müssen, was Journalismus ist und was nicht.
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Martin Wiens hat retweetet
hallo leude! habe meinen ersten artikel für
@spiegelonline geschrieben. es geht darum, warum haftbefehl für kanaks so wichtig ist.https://www.spiegel.de/kultur/musik/haftbefehl-als-vorbild-fuer-migranten-weil-er-unsere-sprache-spricht-a-d8f8a878-7e61-4073-bca8-58784a49daf1 …Diesen Thread anzeigenDanke! Twitter wird dies nutzen, um deine Timeline zu verbessern. Rückgängig machenRückgängig machen -
An den Kommentaren unter diesem Posting lässt sich sehr gut ablesen, warum
@bento_de fehlen wird
https://twitter.com/DWDL/status/1270688515785986055 …
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