Hallo Joscha. Ich glaube, ich kenne deine Position, und ich finde sie auch verstaendlich. Aber es ist so: Ich habe mein Leben lang mit Vorurteilen, Abwertungen, und ungewollten Uebergriffe leben muessen. Ich habe einfach keine Energie mehr dafuer. Es macht mich kaputt.
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Das geht mir übrigens auch so. Ich hab 40 Jahre gebraucht, um herauszubekommen, welche genetischen Hirndefekte für untypisches Verhalten verantwortlich sind, und warum meine Kindheit und Berufsleben gescheitert sind, und ich die meiste Zeit lieber sterben als leben will.
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Was es manchmal halbwegs erträglich macht, ist die Existenz von Menschen, die meine Andersartigkeit verstehen und akzeptieren. Die CCC-Community enthält viele solche Menschen. Das Spektrum der Biographien, Lebenserfahrungen, politischen Meinungen ist bei ihnen gross.
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Wenn man seine Meinungen nicht durch Empathie, sondern nur Logik + Compassion bildet, konvergieren sie nicht leicht auf eine einheitliche Ideologie. Die Congress-Teilnehmer sind sich einig über ihr pluralistisches Interface und freundliche Umgangsformen, nicht über Ideologie.
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Es gibt z.B. sehr unterschiedliche Positionen zu Kapitalismus vs. Kommunismus vs. etc., Triggerwarnings, Transgender vs. Dysphoria, Sozialkonstruktivismus, einfach deshalb, weil die Welt komplex und die Wissenschaft oft nicht eindeutig ist.
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Die CCC-Community gibt es schon sehr lange, und sie war traditionell antiautoritär. Aus der Sicht von vielen "Alten" sind CoCs die Sehnsucht nach institutioneller Autorität. Die Erfahrung zeigt, dass CoCs oft mehr Probleme schaffen als lösen und auch politisch missbraucht werden.
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Ich glaube, es ist wichtig, zu verstehen, dass der Widerstand gegen CoCs NIE der Widerstand gegen die Werte eines guten Miteinanders ist, sondern der Widerstand gegen Autoritarismus. Es ist auch ok, wenn jemand Autoritarismus bevorzugt, aber halt eben nur für sich, nicht für alle
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Ich verstehe das. Der Wunsch nach CoCs ist aber auch nicht der Wunsch nach Autoritarismus, sondern der nach Unterstuetzung und eben einem besseren, solidarischen, Miteinander. Meinst du, wir koennten die Beduerfnisse auf beiden Seiten irgendwie unter einen Hut bringen?
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Für manche Menschen fängt das mit dem Begriff „CoC“ an. „So hast du dich zu verhalten und nicht anders. Zuwiderhandlung wird bestraft.“
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Aber ist das nicht irgendwie noetig? Was, wenn dir jemand ins Gesicht schlaegt?
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Warum tut derjenige das?
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Hmm. Das klingt in dem Kontext, in dem es ja stark um sexuelle Uebergriffe geht, irgendwie so, als ob du entweder a) implizieren wuerdest, dass sexuelle Uebergriffe jemals gerechtfertigt seien oder b) du denkst, dass die meisten Anschuldigungen Machtspiele seien
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