Letzten Freitag hat der Bundesrat eine Art "Ampelsystem" eingeführt. Macht dieses und die in den Medien diskutierten Anpassungen aus epidemiologischer Sicht Sinn? In meinen Augen lautet die Antwort ganz klar nein. Ein Thread. 1/n https://www.edi.admin.ch/edi/de/home/dokumentation/medienmitteilungen.html.msg-id-81582.html …
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Dazu gehören die effektive Reproduktionszahl Re und weitere Indikator-Variablen wie die täglich bestätigten Fälle oder Hospitalisationen. Mit einer solchen Strategie hätte man gezielter auf die zweite Welle reagieren können. Die Vorschläge wurden leider nicht umgesetzt. 7/n
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Wie sieht der aktuelle Plan aus? Beim derzeitigen System gibt es alleine bei der Frage nach der Sperrstunde eine Ausnahme für Kantone in welchen Re während den letzten 7 Tagen unter 1 liegt und die 7-Tagesinzidenz während mindestens 7 Tagen unter dem Schweizer Schnitt liegt. 8/n
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Ein offenbar neu diskutierter Notfallplan sieht drei Eskalationsstufen vor, welche sich nach der Belegung der Intensivstationen richtet und aufgrund von Re-Werten im Bereich von 0,9 bis 1,2. In meinen Augen gibt es bei diesen Systemen drei Probleme: 9/nhttps://www.tagesanzeiger.ch/berset-will-auf-schnellen-lockdown-verzichten-und-schlaegt-notfallplan-fuer-die-festtage-vor-748044049006 …
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Erstens entspricht das aktuelle und vorgeschlagene System nicht der Empfehlung der
@SwissScience_TF, welche bereits seit dem 13. November vorschlägt ein Re unter 0,8 zu erreichen. 10/n https://sciencetaskforce.ch/beurteilung-der-lage-13-november-2020/ …Pokaż ten wątek -
Zudem kommunizierte gestern die
@SwissScience_TF, dass es in der jetzigen Situation so schnell wie möglich umfassende, schweizweite Massnahmen braucht um die Zahl der Neuinfektionen drastisch zu senken. 11/n https://sciencetaskforce.ch/rede-von-martin-ackermann-am-point-de-presse-15-dezember/ …Pokaż ten wątek -
Pendelt man sich jedoch bei einem Re zwischen 0,9 und 1,2 ein, läuft dies auf eine Stabilisierung der aktuellen Situation hinaus, was bei der aktuell sehr hohen Zahl an bestätigten Fällen und der äusserst kritischen Lage in den Spitälern nicht das Ziel sein kann. 12/n
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Zweitens könnte der starre Fokus auf Re-Werten - welche aufgrund der bestätigten Fälle berechnet werden - einen Anreiz verschaffen weniger zu testen. 13/n
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Es ist auch möglich, dass über die Festtage weniger getestet wird, die Zahlen also vermeintlich sinken und Re unter 1 fällt obwohl die Epidemie weiterhin ansteigt. 14/n
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Drittens sind die berechneten Werte von Re von starker Unsicherheit geprägt und abhängig von der verwendeten Methodik. Die aktuelle Verordnung beruft sich auf die von der
@ETH publizierten Werte welche auch von der@SwissScience_TF kommuniziert werden. 15/nPokaż ten wątek -
Andere Methoden können aber auch auf leicht abweichende Werte kommen. Insbesondere im Grenzbereich um 1 kommt es schnell zu Schwankungen und diese Schwankungen sind bei kleinen Kantonen mit tieferen Fallzahlen höher. 16/npic.twitter.com/GiCP44Qksv
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Aufgrund dieser Unsicherheit ist es recht fragwürdig, ob eine einzelne statistische Methode explizit in einer Verordnung erwähnt werden sollte. 17/n
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Die Interpretation solcher Indikatoren sollte im Zusammenhang mit der Inzidenz, der Testpositivität und den Hospitalisationen aufgrund von objektiven - aber nicht starren - Kriterien erfolgen. 18/n
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So oder so ist die Anzahl der täglich bestätigten Fälle und Todesfälle und die Belastung in den Spitälern aktuell derart hoch, dass die Schweiz wie von der
@SwissScience_TF erwähnt leider nicht mehr um einen "Lockdown" herumkommen wird. 19/nPokaż ten wątek -
Die Effektivität des "Lockdowns" werden wir anhand von Re ermitteln können. Wenn die Fallzahlen wieder tief sind (z.B. weniger als 60 bestätigte Fälle pro 100'000 Einwohner über die letzten 14 Tage und eine Testpositivität unter 5%) könnte Re als Indikator verwendet werden. 20/n
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So sollte Re beispielsweise nicht mehr über 1,1 oder 1,2 ansteigen, was erlauben würde immer wieder frühzeitig zu reagieren und eine “dritte Welle” zu verhindern. Ende. 21/21
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